CV150: Kyrills Rede an die Herrinnen

Inhalt: Kyrill richtet sich in seinem Schreiben an die von ihm als ‚Kaiserinnen‘ angesprochenen Adres­satinnen, um diese in ihrem rechten Glauben zu bestärken. Sein wesentliches Ziel ist es darzulegen, dass Jesus Christus in jeder Beziehung göttlich und niemals bloß ein gewöhnlicher Mensch ist. Zu diesem Zweck führt er zunächst eine Reihe von Aussagen früherer Theologen an, die seine Auffassung bestärken, dann einen ganzen Katalog von Zitaten aus dem Neuen Testament. Letzteren fügt er je­weils einen kleinen Kommentar hinzu, mit dem der gerade in Rede stehende Aspekt der Gottheit Christi bewiesen werden soll.

Edition: Collectio Vaticana 150, ACO I,1,5 S. 62,3–118,38; ältere Edd.: PG 76, Sp. 1201–1336; Pusey (1965 [= 1868–1877]), Bd. 7 S. 154–262

Verzeichnisnummern: CPG 5219

Verfasser: Kyrill von Alexandria

Datierung: 430

Lat. Übersetzungen:  –

Literatur: Graumann (2002a), S. 323–333; van Loon (2009), S. 433–454

(108) Als unser aller Retter Christus in Jerusalem einzog, schritten Kinder voran,
die [ihn] priesen und riefen: „Hosianna dem Sohn Davids“, und der Lobpreis ist in
jeder Hinsicht gottgebührend. Die Pharisäer ärgerten sich, gingen auf ihn zu und sag­
ten: „‚Hörst du, was die da sagen?‘ Jesus aber sagte zu ihnen: ‚Gewiss. Habt ihr nie
gelesen: Aus dem Mund von kleinen Kindern und Säuglingen hast du dir Lob berei­
tet?“
Es ist nötig, an dieser Stelle an den seligen David zu erinnern, der da spricht:
„Herr, unser Herr, wie wunderbar ist dein Name auf der ganzen Erde, weil deine Ma­
jestät erhoben ist über die Himmel. Aus dem Mund von kleinen Kindern und Säug­
lingen hast du dir Lob bereitet.“
Denn die Kinder riefen in der Tat, als sie [ihn] prie­
sen: ‚Hosianna dem Sohn Davids‘, und er nimmt, als er gepriesen wird, den Lobpreis
an. Der selige David hat diesen allerdings keinem gewöhnlichen Menschen gewidmet,
sondern vielmehr einem Herrn, dessen Name gar wunderbar auf der ganzen Welt ge­
worden ist. Die Majestät ist schließlich über die Himmel erhoben. Wie sollte da Chris­
tus, der Sohn Davids, was das Fleisch anbelangt, nicht Gott sein?

108 | 2 Hosianna … Davids]

Mt 21,9; vgl. auch Ps 117(118),25f.

108 | 4–6 Hörst … berei­tet]

Mt 21,16.

108 | 7–9 Herr‌¹ … bereitet]

Ps 8,2f.

Die Akten des Konzils von Ephesus 431. Übersetzung, Einleitung, Kommentar

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