CV150: Kyrills Rede an die Herrinnen

Inhalt: Kyrill richtet sich in seinem Schreiben an die von ihm als ‚Kaiserinnen‘ angesprochenen Adres­satinnen, um diese in ihrem rechten Glauben zu bestärken. Sein wesentliches Ziel ist es darzulegen, dass Jesus Christus in jeder Beziehung göttlich und niemals bloß ein gewöhnlicher Mensch ist. Zu diesem Zweck führt er zunächst eine Reihe von Aussagen früherer Theologen an, die seine Auffassung bestärken, dann einen ganzen Katalog von Zitaten aus dem Neuen Testament. Letzteren fügt er je­weils einen kleinen Kommentar hinzu, mit dem der gerade in Rede stehende Aspekt der Gottheit Christi bewiesen werden soll.

Edition: Collectio Vaticana 150, ACO I,1,5 S. 62,3–118,38; ältere Edd.: PG 76, Sp. 1201–1336; Pusey (1965 [= 1868–1877]), Bd. 7 S. 154–262

Verzeichnisnummern: CPG 5219

Verfasser: Kyrill von Alexandria

Datierung: 430

Lat. Übersetzungen:  –

Literatur: Graumann (2002a), S. 323–333; van Loon (2009), S. 433–454

(123) „Maria aber sprach zum Engel: ‚Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann
kenne?‘ Und der Engel gab ihr zur Antwort: ‚Der Heilige Geist wird auf dich herab­
kommen und die Macht des Höchsten wird ihren Schatten auf dich werfen. Deswegen
wird auch das Heilige, das geboren wird, Sohn Gottes genannt werden.‘“
Heißt nun
also allein der von der heiligen Jungfrau durch den Geist auf unaussprechliche Weise
Geborene oder eben Geschaffene Sohn,
oder haben wir zu dem Glauben gefunden,
dass der von Natur und wahrhaftig [existierende] Sohn auch Gott ist? Das trifft doch
aber zu. Der Logos soll denn also als der Hypostase nach Fleisch geworden wahrge­
nommen werden, das heißt, dass er sich das Fleisch, das durch den Geist aus der hei­
ligen Jungfrau [entstanden ist], zu eigen gemacht hat. Auf diese Weise wird er nämlich
auch wahrhaftig Gott sein.

123 | 1–4 Maria … werden]

Lk 1,34f.; vgl. oben CV150,10,10 – 13.

123 | 4–6 Heißt … Sohn]

Nestorius führt in seiner als sermo 20 bezeichneten Predigt Lk 1,35 in seiner erweiterten Form (quod ex te nascetur sanctum) an, um das ex te dann auf die Geburt der forma susceptae humanitatis, der „Gestalt der angenommenen Menschheit“, zu beziehen (vgl. Loofs, Nestoriana S. 323,1–4 = CPal31,13 – 14, ACO I,5 S. 60,28–30 [Dok. 13]).

Die Akten des Konzils von Ephesus 431. Übersetzung, Einleitung, Kommentar

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