CV150: Kyrills Rede an die Herrinnen

Inhalt: Kyrill richtet sich in seinem Schreiben an die von ihm als ‚Kaiserinnen‘ angesprochenen Adres­satinnen, um diese in ihrem rechten Glauben zu bestärken. Sein wesentliches Ziel ist es darzulegen, dass Jesus Christus in jeder Beziehung göttlich und niemals bloß ein gewöhnlicher Mensch ist. Zu diesem Zweck führt er zunächst eine Reihe von Aussagen früherer Theologen an, die seine Auffassung bestärken, dann einen ganzen Katalog von Zitaten aus dem Neuen Testament. Letzteren fügt er je­weils einen kleinen Kommentar hinzu, mit dem der gerade in Rede stehende Aspekt der Gottheit Christi bewiesen werden soll.

Edition: Collectio Vaticana 150, ACO I,1,5 S. 62,3–118,38; ältere Edd.: PG 76, Sp. 1201–1336; Pusey (1965 [= 1868–1877]), Bd. 7 S. 154–262

Verzeichnisnummern: CPG 5219

Verfasser: Kyrill von Alexandria

Datierung: 430

Lat. Übersetzungen:  –

Literatur: Graumann (2002a), S. 323–333; van Loon (2009), S. 433–454

(128) Die Jünger, heißt es, wurden auf dem See durch einen Sturm bedrängt.„Da
gingen sie zu ihm, weckten ihn und sagten: ‚Meister, wir sterben.‘ Der aber stand auf,
wies den Wind und das Wogen des Wassers zurecht, und es hörte auf, und Windstille
trat ein.“
Durch die Stimme des seligen Davids ist über Christus gesagt worden: „Du
herrschst über die Kraft des Meeres, das Gewoge seiner Wellen besänftigst du. Dir ge­
hören die Himmel, dein ist die Erde. Der Welt und ihrer Fülle hast du das Fundament
verliehen.“
Wenn es nun demjenigen, der das Meer besänftigt, wohl auch zukommt,
das All zu beherrschen, die Himmel als Eigentum zu besitzen und der Welt und ihrer
Fülle das Fundament verleihen zu können, wie sollte Christus, der Meer und Winde
zurechtweist, und zwar mit Vollmacht, [da] nicht als wahrhaft existierender Gott
wahrgenommen werden?

128 | 1 Die … bedrängt]

Vgl. Lk 8,23.

128 | 1–4 Da … ein]

Lk 8,24.

128 | 4–7 Du … verliehen]

Ps 88(89),10. 12.

Die Akten des Konzils von Ephesus 431. Übersetzung, Einleitung, Kommentar

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