(171) „Als wir unmündig waren, unterstanden wir in Knechtschaft den Elementen
der Welt. Als sich aber die Zeit erfüllt hatte, sandte Gott seinen Sohn aus, entstanden
aus einer Frau, dem Gesetz unterworfen, auf dass er die unter dem Gesetz [Stehenden]
loskaufe, damit wir die Sohnschaft empfingen.“ Wen hat Gott, der Vater, geschickt,
der entstanden ist aus einer Frau, aber auch dem Gesetz unterworfen worden ist? Ist
es etwa nicht angemessen zu sagen und [nicht] richtig zu bedenken, dass er denjeni‐
gen geschickt hat, der nicht aus einer Frau entstanden wäre und dem Gesetz unter‐
standen hätte, wenn er {nicht} geblieben wäre, was er war, nämlich außerhalb des
Fleisches und Blutes? Die Lösung ist doch einleuchtend. Der aus Gott [gezeugte]
Logos ist ja dem Fleisch nach aus einer Frau entstanden, der Herr des Gesetzes als
Gott dem Gesetz unterworfen worden, um denen, die unter dem Gesetz [stehen],
zum Bruder zu werden. Auf diese Weise haben wir nämlich die Sohnschaft erhalten.
Wenn er daher nicht dem Gesetz unterworfen worden und aus einer Frau entstanden
wäre, wären wir keine Brüder für den naturhaften Herrn und Gott. Da es aber ge‐
schehen ist, sind wir durch ihn in dieser Sache reich geworden. Einen eindeutigen
Beweis in dieser Angelegenheit liefert aber der Göttliches kündende Paulus, wenn er
unmittelbar hinzufügt: „Weil ihr aber Söhne seid, sandte Gott den Geist seines Sohnes
in eure Herzen aus, der da ruft: ‚Abba, Vater!‘“ In welcher Hinsicht ist nun der Geist
desjenigen, der aus einer Frau [entstanden] und dem Gesetz unterworfen [ist], der
Heilige Geist, durch den wir auch ‚Abba, Vater‘ rufen, wenn Christus, weil er einer ist,
nicht Gott und Sohn sein sollte?