CV150: Kyrills Rede an die Herrinnen

Inhalt: Kyrill richtet sich in seinem Schreiben an die von ihm als ‚Kaiserinnen‘ angesprochenen Adres­satinnen, um diese in ihrem rechten Glauben zu bestärken. Sein wesentliches Ziel ist es darzulegen, dass Jesus Christus in jeder Beziehung göttlich und niemals bloß ein gewöhnlicher Mensch ist. Zu diesem Zweck führt er zunächst eine Reihe von Aussagen früherer Theologen an, die seine Auffassung bestärken, dann einen ganzen Katalog von Zitaten aus dem Neuen Testament. Letzteren fügt er je­weils einen kleinen Kommentar hinzu, mit dem der gerade in Rede stehende Aspekt der Gottheit Christi bewiesen werden soll.

Edition: Collectio Vaticana 150, ACO I,1,5 S. 62,3–118,38; ältere Edd.: PG 76, Sp. 1201–1336; Pusey (1965 [= 1868–1877]), Bd. 7 S. 154–262

Verzeichnisnummern: CPG 5219

Verfasser: Kyrill von Alexandria

Datierung: 430

Lat. Übersetzungen:  –

Literatur: Graumann (2002a), S. 323–333; van Loon (2009), S. 433–454

(186) „Wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muss der Menschensohn
erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, das ewige Leben erhält.“
Die Schlangen
bissen die [Menschen] aus Israel in der Wüste. Da befahl der Gott des Alls Mose, eine
eherne Schlange zu errichten. ‚Es soll geschehen‘, sagte er, ‚dass, wenn eine Schlange
einen Menschen gebissen hat und er die Schlange anblickt, er leben wird.‘
Was ist nun
das Rätsel? Weswegen wird derjenige, der die Schlange anblickt, gerettet? Obwohl der
einziggeborene Logos Gottes also der Natur nach Leben ist, hat er Gleichheit mit uns
erlangt, ist also Mensch geworden (etwas Schlechtes ist ja der Mensch wie auch die
Schlange). Doch auch wenn er wie wir geworden ist: Wenn jemand auf ihn schaut,
besiegt er den Tod. Was bedeutet es aber, auf ihn zu schauen, wenn nicht in jedem Fall,
dass man das Geheimnis, das ihn betrifft, genau versteht? Dann wird man nämlich
sehen, dass er in Gleichheit zu den Schlechten, also zu den Menschen, [steht], als
Gott aber Leben spendet und die Bisse der geistigen Schlangen ungeschehen macht.
Einer ist denn also Herr und Sohn, derselbe sowohl als Gott Lebenspender als auch in
Gestalt der Schlechten um des Heilsplans willen.

186 | 1–2 Wie … erhält]

Joh 3,14f.

186 | 3–5 Da … wird]

Vgl. Num 21,8f.

Die Akten des Konzils von Ephesus 431. Übersetzung, Einleitung, Kommentar

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