CV150 (Dok. 40): Kyrills Rede an die Herrinnen

Inhalt: Kyrill richtet sich in seinem Schreiben an die von ihm als ‚Kaiserinnen‘ angesprochenen Adres­satinnen, um diese in ihrem rechten Glauben zu bestärken. Sein wesentliches Ziel ist es darzulegen, dass Jesus Christus in jeder Beziehung göttlich und niemals bloß ein gewöhnlicher Mensch ist. Zu diesem Zweck führt er zunächst eine Reihe von Aussagen früherer Theologen an, die seine Auffassung bestärken, dann einen ganzen Katalog von Zitaten aus dem Neuen Testament. Letzteren fügt er je­weils einen kleinen Kommentar hinzu, mit dem der gerade in Rede stehende Aspekt der Gottheit Christi bewiesen werden soll.

Edition: Collectio Vaticana 150, ACO I,1,5 S. 62,3–118,38; ältere Edd.: PG 76, Sp. 1201–1336; Pusey (1965 [= 1868–1877]), Bd. 7 S. 154–262

Verzeichnisnummern: CPG 5219

Verfasser: Kyrill von Alexandria

Datierung: 430

Lat. Übersetzungen:  –

Literatur: Graumann (2002a), S. 323–333; van Loon (2009), S. 433–454

​​ (23) Über die, welche die Schöpfung statt des Schöpfers verehren, sagt er: „Daher
​haben sie Gott, obwohl sie ihn erkannt haben, nicht als Gott gerühmt oder ihm Dank
​erwiesen, sondern wurden in ihren Überlegungen eitel, und ihr törichtes Herz wurde
​finster. Obwohl sie behaupteten, weise zu sein, wurden sie zu Narren.“
An einer Stelle
​schreibt Paulus jenen, die aus den Völkern berufen worden sind, also uns: „Da ihr Gott
​aber jetzt erkannt habt, vielmehr noch von ihm erkannt worden seid.“
Wen haben wir
​also durch den Glauben erkannt, wenn nicht ganz gewiss Jesus Christus? Wenn wir
​ihn demnach als Gott erkannt haben und als Gott rühmen, sind wir im Sinne der
​Wahrheit erleuchtet. Wenn wir aber seinen Ruhm eintauschen, sind auch wir in unse­‐
​ren Überlegungen eitel geworden. Denn wenn wir vollständig zum Glauben an ihn
​gefunden haben, glauben wir [an ihn] als Gott. Oder es wird nötig sein, im vollen und
​ganzen Umfang zu bekennen, dass wir auch jetzt [noch] in die Schlingen des alten
​Truges verstrickt sind, da wir den Glauben einem gewöhnlichen Menschen entgegen­‐
​bringen. Doch [das] entspricht 〈nicht〉 der Wahrheit.

23 | 1 welche … verehren]

Vgl. Röm 1,25.

23 | 1–4 Daher … Narren]

Röm 1,21f.

23 | 5–6 Da … seid]

Gal 4,9.

Die Akten des Konzils von Ephesus 431. Übersetzung, Einleitung, Kommentar

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