CV150: Kyrills Rede an die Herrinnen

Inhalt: Kyrill richtet sich in seinem Schreiben an die von ihm als ‚Kaiserinnen‘ angesprochenen Adres­satinnen, um diese in ihrem rechten Glauben zu bestärken. Sein wesentliches Ziel ist es darzulegen, dass Jesus Christus in jeder Beziehung göttlich und niemals bloß ein gewöhnlicher Mensch ist. Zu diesem Zweck führt er zunächst eine Reihe von Aussagen früherer Theologen an, die seine Auffassung bestärken, dann einen ganzen Katalog von Zitaten aus dem Neuen Testament. Letzteren fügt er je­weils einen kleinen Kommentar hinzu, mit dem der gerade in Rede stehende Aspekt der Gottheit Christi bewiesen werden soll.

Edition: Collectio Vaticana 150, ACO I,1,5 S. 62,3–118,38; ältere Edd.: PG 76, Sp. 1201–1336; Pusey (1965 [= 1868–1877]), Bd. 7 S. 154–262

Verzeichnisnummern: CPG 5219

Verfasser: Kyrill von Alexandria

Datierung: 430

Lat. Übersetzungen:  –

Literatur: Graumann (2002a), S. 323–333; van Loon (2009), S. 433–454

(82) „Wenn jemand das Gesetz Mose verwirft, stirbt er ohne Erbarmen auf zwei
oder drei Zeugen hin.
Eine um wieviel, meint ihr, schlimmere Bestrafung wird der
verdienen, der den Sohn Gottes mit Füßen getreten, das Blut des Bundes für gewöhn­
lich erklärt und gegen den Geist der Gnade gefrevelt hat, in welchem er geheiligt
worden ist?“
Wer gegen das göttliche Gesetz gefrevelt oder es verworfen hat, zieht
sich nicht denselben Vorwurf zu wie jemand, der sich an einem Menschen versündigt
hat, sondern einen weitaus schwerwiegenderen. Und wer also das Gesetz übertreten
hat, fällt unter die Todesstrafe, wer sich aber an einem Menschen vergangen hat, der
verdient unter Umständen auch Vergebung. Wie nun? Bekommt derjenige, der das
Blut Christi für gewöhnlich erklärt hat, eine schlimmere Strafe als jener, der ein Ver­
gehen gegen das Gesetz Mose begeht? Gewiss doch bekommt er eine schlimmere
Strafe, und das vollkommen zu Recht. Das Blut Christi ist also nicht gewöhnlich. Der
Logos war, als er Fleisch geworden war, schließlich Gott.

82 | 1–5 Wenn … ist]

Hebr 10,28, wobei der Relativsatz ἐν ᾧ ἡγιάσθη dort schon nach dem zweiten Glied der aufgeführten Freveltaten, und nicht erst nach dem dritten steht.

82 | 1–2 stirbt … hin]

Vgl. Dtn 17,6.

Die Akten des Konzils von Ephesus 431. Übersetzung, Einleitung, Kommentar

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