CV166 (Dok. 25): Kyrill, ‚Gegen Nestorius‘

Inhalt: Kyrill unterzieht die Christologie seines Gegners Nestorius einer groß angelegten Kritik. Zu diesem Zweck zitiert er zahlreiche ihm anstößig erscheinende Aussagen, die jener im Vorfeld getätigt hatte, und stellt diesen dann seine eigenen Ansichten gegenüber.

Edition: Collectio Vaticana 166, ACO I,1,6 S. 13,4–106,41; ältere Edd.: PG 76, Sp. 9–248; Pusey (1965 [= 1868–1877]), Bd. 6 S. 54–239

Verzeichnisnummern: CPG 5217

Verfasser: Kyrill von Alexandria

Datierung: spätestens Mitte 430

Lat. Übersetzungen:  –

Literatur: Pusey (1881), S. 1–184.

​ Zweites Buch

​‚Die Zunge ist‘ fürwahr ‚ein Feuer‘ und ‚ein nicht zu bändigendes Übel‘, wie
​geschrieben steht. Weil er aber den daraus resultierenden Schaden abwehren möchte,
​singt der Göttliches kündende David: „Stelle, Herr, eine Wache für meinen Mund auf
​und eine Tür, die meine Lippen umschließt. Wende mein Herz nicht hin zu Reden der
​Schändlichkeit.“
Denn angemessen reden zu können und genaue Kontrolle über die
​Zunge zu haben, was man wohl sagen sollte oder nicht, ist vermutlich wahrhaft gott­‐
​gegeben, und das Gut steht in nicht geringer Achtung unter denen, die einen bewun­‐
​dernswerten Lebenswandel führen. Das Ungestüm in der Rede und die Zügellosigkeit
​in der Haarspalterei sind voll von Gefahr und führt jene, die [davon] Gebrauch
​gemacht haben, ‚in die Falle des Hades‘ hinab. Es steht aber geschrieben: „Tod und
​Leben liegen in den Händen der Zunge. Jene aber, die sie beherrschen, werden ihre
​Früchte essen.“
Es hat aber auch ein anderer unter den Weisen zu uns gesagt: „Wenn
​du ein Wort der Einsicht hast, antworte! Wenn aber nicht, soll eine Hand auf deinem
​Mund liegen.“
Wie wäre Schweigen nämlich nicht besser als törichtes Wort?

​Verpönt ist es aber andererseits auch, widerwärtige Worte auszustoßen und frevleri­‐
​sche Äußerungen auf die unaussprechliche Herrlichkeit auszugießen, wo es doch
​nötig ist, dass sie von uns mit nicht endendem Lobpreis verehrt wird. ‚Wenn wir aber
​gegen die Brüder sündigen und das schwächelnde Gewissen plagen, sündigen wir
​gegen Christus.‘
So hat es nämlich der Göttliches kündende Paulus geschrieben. Und
​ich sage das, nachdem ich die Reden des Nestorius gelesen und gesehen habe,
dass er
​es uns nicht nur in Abrede stellt, sagen zu dürfen, dass die heilige Jungfrau eine Got­‐
​tesgebärerin ist – sie hat aber doch den Immanuel, der Gott ist, geboren –, sondern er
​zudem auch noch auf andere Weise die Herrlichkeit Christi zu bekämpfen weiß. Er
​versucht uns nämlich zu zeigen, dass er [sc. Christus] jemand ist, der Gott in sich
​​ trägt, und kein wahrhafter Gott, sondern ein Mensch, der mit Gott auf Grundlage
​einer Gleichheit an Würde verbunden ist. Im Gegensatz zu allen anderen scheint es
​nämlich nur ihm allein richtig, so zu denken und zu sprechen, obwohl die katholische
​Kirche, die Christus persönlich für sich bereitgestellt hat, die Makel des Mannes, der
​solche Dinge geschrieben hat, nicht im Gesicht trägt, sondern vielmehr ohne Tadel ist,
​die in jeder Hinsicht einwandfreie Erkenntnis in Bezug auf ihn [sc. Christus] besitzt
​und die Überlieferung des Glaubens für sich verwaltet hat. Wir glauben nämlich an
​einen Gott, den Vater, den Allherrscher, den Schöpfer alles Sichtbaren und Unsicht­‐
​baren und an einen Herrn Jesus Christus und an den Heiligen Geist.
Da wir aber den
​diesen zugeordneten Bekenntnissen der heiligen Väter folgen, sagen wir, dass der aus
​Gott, dem Vater, dem Wesen nach entstandene Logos selbst wie wir geworden und
​Fleisch und Mensch geworden ist, das heißt für sich einen Leib aus der heiligen
​Jungfrau angenommen und ihn sich zu eigen gemacht hat.
Auf diese Weise wird er
​nämlich auch wahrhaft ein Herr Jesus Christus sein. Auf diese Weise werden wir ihn
​wie einen verehren, da wir nicht Mensch und Gott separat bestimmen, sondern glau­‐
​ben, dass er als jemand, der in Gottheit und Menschheit [existiert], ein und derselbe
​ist, also Gott und Mensch zugleich ist.

​Der Erfinder der in unseren Augen neuesten Gottlosigkeit trennt jedoch, obwohl
​er vorgibt, einen Christus zu bekennen, die Naturen vollständig und bestimmt jede
​einzelne separat, indem er sagt, dass sie sich nicht wahrhaft miteinander vereinigen.
​Indem er aber der Schrift nach ‚Vorwände für die Sünde anführt‘, denkt er sich irgend­‐
​ein Verfahren der Verbindung aus, welches allein, wie ich sagte, auf der Gleichheit der
​Würde beruht,
wie es sich selbstverständlich auch aus seinen Worten zeigen lassen
​wird. Und er siedelt den aus Gott [gezeugten] Logos auf Basis einer Teilhabe wie in
​einem gewöhlichen Menschen an,
teilt aber die in den Evangelien [vorliegenden]
​Aussagen auf, so dass er diese bald allein und individuell dem Logos zuordnet, bald
​dem aus der Frau [Geborenen] für sich. Wie sollte es allerdings nicht für alle außer
​Zweifel stehen, dass der Einziggeborene, der Gott ist, Mensch geworden ist, [und
​zwar] nicht bloß aufgrund einer Verbindung, wie jener jedenfalls behauptet, die nach­‐
​barschaftlich oder eben verwandtschaftsartig gedacht wird, sondern auf Grundlage
​einer wahrhaften Einung, unaussprechlich und den Verstand übersteigend, und dass er
​auf diese Weise als ein Einziger wahrgenommen wird, ihm jede Aussage angemessen
​ist und alles wie von einer Person gesprochen sein wird? Die Fleisch gewordene Natur
​​ des Logos selbst wird nämlich nach der Einung nunmehr als eine wahrgenommen,
wie
​es durchaus auch bei uns selbst wahrgenommen werden kann. Der Mensch ist
​schließlich in Wahrheit einer, auch wenn er aus ungleichen Elementen besteht, aus
​Seele und Leib meine ich. Es ist aber nötig, auch an dieser Stelle hervorzuheben, dass
​wir meinen, dass der mit dem Gott-Logos geeinte Leib mit einer vernunftbegabten
​Seele beseelt ist, und wir fügen förderlicherweise noch Folgendes hinzu: Das Fleisch
​ist gegenüber dem aus Gott [gezeugten] Logos dem Begriff der eigenen Natur nach
​von anderer Art. Die Natur des Logos selbst ist aber dem Wesen nach noch einmal
​von anderer Art.

​Doch wenn die benannten Dinge auch als sich unterscheidend und im Hinblick auf
​die naturhafte Andersartigkeit getrennt wahrgenommen werden, wird dennoch aus
​beiden heraus ein Christus wahrgenommen, da sich Gottheit und Menschheit in einer
​wahrhaften Einung miteinander vereinigt haben. Es bestätigt uns diesbezüglich die
​göttlich inspirierte Schrift durch tausende Ereignisse und Berichte, wobei sie Beispiele
​verwendet, durch welche man es auch ohne jede Mühe dahin bringt, das Geheimnis
​Christi eindeutig verstehen zu können. Es sprach also der selige Prophet Jesaja: „Und
​einer der Seraphim wurde zu mir gesandt und er hielt in der Hand eine glühende Koh­‐
​le, die er mit der Zange vom Altar genommen hatte. Und er berührte meinen Mund
​und sprach: ‚Sieh, dies hat deine Lippen berührt und wird deine Gesetzlosigkeiten
​hinwegnehmen und deine Sünden bereinigen.‘“
Wenn wir aber, soweit es möglich ist,
​die Tiefe der Vision erforschen, meinen wir,
dass die geistige glühende Kohle, die auf
​dem Altar liegt, auf dem das von uns [erbrachte] Rauchopfer für Gott, den Vater,
​Wohlgeruch verbreitet, nichts anderes als unser Herr Jesus Christus ist.
Durch ihn
​haben wir nämlich den Zugang erlangt
und sind willkommen, da wir geistige Dienste
​verrichten. Wenn diese göttliche Kohle nun die Lippen desjenigen, der sich ihr nähert,
​berührt, weist sie ihn umgehend gereinigt und keiner Sünde teilhaftig aus. Auf welche
​Weise sie jedoch die Lippen in uns berührt, zeigt der selige Paulus, wenn er sagt:
„Das
​Wort ist dir nahe in deinem Mund und in deinem Herzen.
Denn wenn du in deinem
​Mund Jesus ‚Herr‘ nennst und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn von den Toten
​auferweckt hat, wirst du gerettet werden. Mit dem Herzen wird geglaubt zur Gerech­‐
​tigkeit, mit dem Mund wird das Bekenntnis gesprochen zur Rettung.“
Er wird aber
​​ mit glühender Kohle verglichen,
weil er aus zwei unterschiedlichen Elementen heraus
​wahrgenommen,
jedoch durch einen Zusammenschluss, der wahrhaftig ist, geradezu
​zu einer Einung zusammengebunden wird. Wenn nämlich das Feuer in das Holz
​eingedrungen ist, überführt es dieses in gewisser Weise auf elementarer Ebene in seine
​eigene Herrlichkeit, obwohl es bewahrt, was es war.

​Mit einer Perle aber setzt sich unser Herr Jesus Christus wiederum selbst gleich,
​wenn er sagt: „Das Königreich der Himmel gleicht einem Kaufmann, der schöne Per­‐
​len sucht. Als er aber eine wertvolle Perle gefunden hatte, ging er fort, verkaufte, was
​er besaß, und kaufte sie.“
Höre aber, wie er sich selbst auch auf andere Weise zeigt und
​sagt: „Ich bin eine Blüte des Feldes, eine Lilie der Täler.“ Sie birgt nämlich in der eige­‐
​nen Natur den gottgeziemenden Glanz Gottes, des Vaters, verströmt ihn [sc. Gott]
​aber wiederum wie einen Duft, übertragen auf den geistigen Wohlgeruch, meine ich.
​Wie also bei der Perle und eben auch der Lilie der Körper als das, was die Grundlage
​bildet, wahrgenommen wird, aber der Glanz in ihm oder eben der Wohlgeruch dem
​eigenen Begriff nach als etwas anderes im Vergleich mit dem, worin sie angesiedelt
​sind, das untrennbar Eingewachsene aber wiederum etwas ihnen Eigenes und den
​Haltern nichts Fremdes ist, auf ebendiese Weise wollen wir es auch bei dem Immanuel
​
erwägen und bedenken.
Gottheit und Fleisch sind nämlich ihrer Natur nach verschie­‐
​denartig, doch der Leib war dem Logos eigen, und der Logos ist nicht von dem mit
​ihm geeinten Leib getrennt.
So und nicht anders sollte nämlich der Immanuel, was
​‚Gott mit uns‘ bedeutet,
verstanden werden. Daher sagte er einmal als Mensch und,
​indem er sich aus den Maßen der Entäußerung heraus offenbarte: „Niemand nimmt
​mir mein Leben.“
Ein andermal sagt er aber wiederum als Gott, der als Logos existiert
​und als aus dem Himmel [stammend] aufgefasst wird und als einer im Verbund mit
​dem eigenen Fleisch: „Niemand ist in den Himmel aufgestiegen außer dem, der vom
​Himmel herabgestiegen ist, dem Menschensohn.“

​​ Obwohl die Heilige Schrift also den Sohn von jeder Seite her zu einer untrennbaren
​und wahrhaften Einung zusammenschließt und im Glauben in eine Person überträgt,
​nimmt dieser seltsame Kerl auf vielfältige Weise eine Trennung vor und redet sinnlos
​sogar 〈gegen〉 Christus selbst daher, indem er 〈ausschließlich〉 den aus Gott, dem Vater,
​[gezeugten] Logos Gott nennt, wie die Abhandlung selbstverständlich im weiteren
​Verlauf {wie} zu geeigneter Gelegenheit und an geeigneter Stelle zeigen wird. Er gibt
​jedenfalls vor zu fürchten, dass jemand, der von der Ehrfurcht vor der heiligen Jung­‐
​frau überwältigt ist und sie daher Gottesgebärerin nennt, in der Meinung, dass eine
​Vermengung und Vermischung, eine gegenseitige wohlgemerkt,
der Hypostasen statt­‐
​gefunden habe,
Unschönes über die Lehren der Kirche ausgießt, obwohl dies niemand
​denkt. Indem er aber, wie er meint, das Schlimme korrigiert, bringt er alles von oben
​bis unten durcheinander, wobei er Überlegungen, die zum Richtigen und zur Wahrheit
​führen, außer Acht lässt. Er sagte nämlich Folgendes:

libII-Praef | 1 Die … Übel]

Vgl. Jak 3,6. 8. Kyrill verkürzt die Aussage des Jakobusbriefes hier erheblich. Dort folgen auf die erste Bestimmung der Zunge die Worte: ὁ κόσμος τῆς ἀδικίας, ἡ γλῶσσα καθίσταται ἐν τοῖς μέλεσιν ἡμῶν, ἡ σπιλοῦσα ὅλον τὸ σῶμα καὶ φλογίζουσα τὸν τροχὸν τῆς γενέσεως καὶ φλογιζομένη ὑπὸ τῆς γεέννης. πᾶσα γὰρ φύσις θηρίων τε καὶ πετεινῶν ἑρπετῶν τε καὶ ἐναλίων δαμάζεται καὶ δεδάμασται τῇ φύσει τῇ ἀνθρωπίνῃ· τὴν δὲ γλῶσσαν οὐδεὶς δαμάσαι δύναται ἀνθρώπων [...] (nach der Lutherbibel von 2017: Eine Welt voll Ungerechtigkeit ist die Zunge unter unsern Gliedern: Sie befleckt den ganzen Leib und setzt das ganze Leben in Brand und ist selbst von der Hölle entzündet. Denn jede Art von Tieren und Vögeln und Schlangen und Seetieren wird gezähmt und ist gezähmt vom Menschen,  aber die Zunge kann kein Mensch zähmen [...]). Als zweite Bestimmung hat Nestle-Aland die Variante ἀκατάστατον in den Text aufgenommen. Das hier angeführte ἀκατάσχετον ist jedoch ebenfalls breit belegt und passt hervorragend in den Kontext des Vorangehenden.

libII-Praef | 3–5 Stelle … Schändlichkeit]

Ps 140(141),3f.

libII-Praef | 10 in … Hades]

Vgl. Spr 9,18, wobei es in dem Zusammenhang, in dem diese Wendung vorkommt, eigentlich um die Verlockungen der γυνὴ ἄφρων geht.

libII-Praef | 10–12 Tod … essen]

Spr 18,21.

libII-Praef | 12–14 Wenn … liegen]

Sir 5,12, wobei dort eigentlich bloß σύνεσις statt λόγος συνέσεως steht. Die von Kyrill zitierte Ergänzung findet sich aber auch schon bei Gregor von Nazianz (vgl. z.B. Or. 31,13,6).

libII-Praef | 17–19 Wenn … Christus]

Vgl. 1 Kor 8,12. Dort ist der Satz jedoch in der zweiten Person statt in der ersten formuliert. Außerdem lässt Kyrill das zu τὴν συνείδησιν gehörige αὐτῶν aus.

libII-Praef | 19–20 Und … habe]
libII-Praef | 28 die‌¹ … hat]

Vgl. Eph 5,27.

libII-Praef | 31–33 Wir … Geist]
libII-Praef | 34–37 dass … hat]
libII-Praef | 45 Vorwände … anführt]

Vgl. Ps 140,4 LXX.

libII-Praef | 46 Verbindung]

συνάφεια: Einer ausführlichen Auseinandersetzung mit diesem Begriff widmet sich Kyrill im zweiten Buch dieses Werkes (vgl. II,1 und II,5 bis Ende).

libII-Praef | 46–47 welches … beruht]
libII-Praef | 48–49 Und … an]
libII-Praef | 57–58 Die … wahrgenommen]

Eine Aussage, die für sich genommen sicherlich als apolinaristisch interpretiert werden kann und möglicherweise auch durch die in Kyrills Augen athanasische, in Wahrheit aber apolinarische Aussage μίαν φύσιν τοῦ θεοῦ λόγου σεσαρκωμένην (vgl. z.B. CV150,10,3 – 4, ACO I,1,5 S. 65,27f. [Dok. 40]) inspiriert ist. Darüber hinaus könnte die Aussage aber für sich genommen auch dahingehend missverstanden werden, dass sich die Natur des Logos in Fleisch verwandelt habe, was Kyrill im Verlauf der Auseinandersetzungen mit Nestorius wiederholt ausdrücklich bestreitet (vgl. z.B. oben CV166,I,Praef.,118 – 119; CV166,I,8,114 – 116; CV166,I,4,24 – 27). Dementsprechend beugt Kyrill im folgenden Satz auch durch Präzisierung Missverständnissen dieser Art vor und wehrt durch den Verweis auf die vernunftbegabte Seele, die der Leib besitzt, apolinaristische Interpretationen seiner Äußerung ab. Zu dieser Thematik vgl. auch van Loon (2009), S. 387–390.

libII-Praef | 73–77 Und … bereinigen]

Jes 6,6f.

libII-Praef | 77–93 Wenn … war]

Eine inhaltlich und zum Teil der Wortwahl nach recht ähnliche Exegese der Jesajastelle findet sich in den Scholia de incarnatione unigeniti Kyrills (vgl. CPal57,9, ACO I,5 S. 189,22–36; und das entsprechende griechische Exzerpt in der Appendix desselben Bandes S. 221,17–32). Diese fand dann auch Einzug in mehrere Florilegien (vgl. z.B. Florilegium Cyrillianum 101).

libII-Praef | 78–80 dass … ist]

Vgl. Eph 5,2; Phil 4,18.

libII-Praef | 80–81 Durch … erlangt]

Vgl. Eph 2,18.

libII-Praef | 84–88 Das … Rettung]

Röm 10,8–10 unter Auslassung der Worte τοῦτ’ ἔστιν τὸ ῥῆμα τῆς πίστεως ὃ κηρύσσομεν nach ἐν τῇ καρδία σου und auch sonst mit kleineren Varianten.

libII-Praef | 84–85 Das … Herzen]

Vgl. Dtn 30,14.

libII-Praef | 89–90 weil … wahrgenommen]
libII-Praef | 95–97 Das … sie]

Mt 13,45f.

libII-Praef | 98 Ich … Täler]

Hld 2,1.

libII-Praef | 99 ihn … Gott]

Die Übersetzung richtet sich hier nach dem überlieferten αὐτόν statt nach der Schwartzschen Konjektur αὐτό.

libII-Praef | 101–108 Wie … getrennt]

Der Vergleich, den Kyrill hier anbringt, wirkt zumindest in einer Hinsicht merkwürdig. Die Perle oder die Lilie werden hier als eine körperhafte Grundlage eingeführt, welcher Eigenschaften wie Glanz oder Duft, die man sich intuitiv wohl eher körperlos vorstellt, gewissermaßen als Eigentum angehören, auch wenn sie sich per definitionem von ihrer Grundlage unterscheiden. Als ‚Besitzer‘ oder eben körperhafte Grundlage wird nun aber in der Konklusion des Vergleichs der in der Orthodoxie als körperlos geltende Logos definiert, während die gleichsam nicht-körperlichen Eigenschaften für den Leib stehen. Interessanterweise verfährt Kyrill an der einzigen innerhalb der ephesenischen Akten überlieferten Stelle, an der er ebenfalls Hld 2,1 auslegt, nämlich den Scholia de incarnatione unigeniti, auch tatsächlich anders (vgl. CPal57,11, ACO I,5 S. 190,1–14 und die griechische Version in der Appendix desselben Bandes S. 222,1–11). Hier steht der körperlose Duft für den Logos, welcher durch die Einung mit dem ihm dann eigenen Leib gleichsam eine Körperlichkeit erlangt. Vgl. hierzu auch van Loon (2009), S. 408–410.

libII-Praef | 106 erwägen … bedenken]

Die Übersetzung liest hier die von Schwartz eingefügte Ergänzung νοήσομεν καὶ nicht mit.

libII-Praef | 108–109 was … bedeutet]

Vgl. Mt 1,23.

libII-Praef | 110–111 Niemand … Leben]

Joh 10,18, dort allerdings einfach mit dem Pronomen αὐτήν, welches auf das dort vorangehende τὴν ψυχήν μου zu beziehen ist.

libII-Praef | 113–114 Niemand … Menschensohn]

Joh 3,13.

libII-Praef | 120 wie]

Von Schwartz athetiert, aber dem Stil Kyrills nicht unbedingt fremd (vgl. z.B. CV150,119,14, ACO I,1,5 S. 91,32f. [Dok. 40]).

libII-Praef | 122–124 dass … habe]
libII-Praef | 123 der Hypostasen]

Kyrill benutzt den Begriff ‚Hypostase‘, der im heutigen Sprachgebrauch eher die Wesenheiten innerhalb der Trinität bezeichnet, zuweilen auch als Synonym zu πρόσωπον und kann ihn so auch bei rein christologischen Bestimmungen anwenden (vgl. CV6,12,19, ACO I,1,1 S. 41,1 [Dok. 36] = vierter Anathematismus).

Die Akten des Konzils von Ephesus 431. Übersetzung, Einleitung, Kommentar

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