CV5 (Dok. 24): Nestorius’ zweiter Brief an Kyrill

Inhalt: Nestorius wirft Kyrill vor, die Aussagen des Nizänums missverstanden zu haben, und bekräftigt anhand zahlreicher biblischer Zitate die Position, dass Maria richtigerweise lediglich als Christus­gebärerin bezeichnet werden dürfe.

Edition: Collectio Vaticana 5, ACO I,1,1 S. 29,4–32,23; ältere Edd.: Labbé/Cossart (1671–1672), Bd. 3 Sp. 322–327; Coleti (1728–1734), Bd. 3 Sp. 872–878; Mansi, Bd. 4 Sp. 892–1000; PG 77, Sp. 49–57; Loofs, Nestoriana S. 173–180

Verzeichnisnummern: CPG 5669

Verfasser: Nestorius von Konstantinopel

Datierung: Juni 430

Lat. Übersetzungen: (1) Collectio Veronensis 15, ACO I,2 S. 41–43; (2) Collectio Casinensis 7, ACO I,3 S. 23–26; (3) Collectio Palatina 25, ACO I,3 S. 46–49; (4) Gesta Constantinopolitana, ACO IV,1 S. 150–154

Literatur: Price/Graumann (2020), S. 120–127

​(4) In dieser Sache ist ihnen nämlich Paulus zum Erzieher geworden, der, als er die
​göttliche Menschwerdung erwähnt und das Thema des Leidens erörtern möchte,
​indem er zunächt den Begriff ‚Christus‘ als den gemeinsamen, wie ich gerade sagte,
​Namen der Naturen verwendet, den angemessenen Ausdruck für beide Naturen be­‐
​nutzt. Was sagt er nämlich? „Seid untereinander so gesinnt, wie es auch in Christus
​Jesus [vorgegeben ist], der es in seiner Existenz in Gestalt Gottes nicht für ein
​Beutestück hielt, Gott gleich zu sein, sondern“, um nicht im Einzelnen zu zitieren,
​„gehorsam wurde bis zum Tode, zum Tode am Kreuz.“
Denn weil er den Tod erwäh­‐
​nen möchte, verwendet er, damit niemand vermutet, der Gott-Logos sei somit leidens­‐
​fähig, den Begriff ‚Christus‘ als Anrede, die das leidensunfähige und leidensfähige
​Wesen in einer Person bezeichnet, damit Christus gefahrlos sowohl leidensunfähig als
​​ auch leidensfähig genannt werden kann, leidensunfähig durch die Gottheit, leidens­‐
​fähig durch die körperliche Natur.

4 | 5–8 Seid … Kreuz]

Phil 2,5f. 8.

Die Akten des Konzils von Ephesus 431. Übersetzung, Einleitung, Kommentar

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