CV150: Kyrills Rede an die Herrinnen

Inhalt: Kyrill richtet sich in seinem Schreiben an die von ihm als ‚Kaiserinnen‘ angesprochenen Adres­satinnen, um diese in ihrem rechten Glauben zu bestärken. Sein wesentliches Ziel ist es darzulegen, dass Jesus Christus in jeder Beziehung göttlich und niemals bloß ein gewöhnlicher Mensch ist. Zu diesem Zweck führt er zunächst eine Reihe von Aussagen früherer Theologen an, die seine Auffassung bestärken, dann einen ganzen Katalog von Zitaten aus dem Neuen Testament. Letzteren fügt er je­weils einen kleinen Kommentar hinzu, mit dem der gerade in Rede stehende Aspekt der Gottheit Christi bewiesen werden soll.

Edition: Collectio Vaticana 150, ACO I,1,5 S. 62,3–118,38; ältere Edd.: PG 76, Sp. 1201–1336; Pusey (1965 [= 1868–1877]), Bd. 7 S. 154–262

Verzeichnisnummern: CPG 5219

Verfasser: Kyrill von Alexandria

Datierung: 430

Lat. Übersetzungen:  –

Literatur: Graumann (2002a), S. 323–333; van Loon (2009), S. 433–454

Aus dem [Brief] an die Galater

(154) „Christus hat uns losgekauft vom Fluch des Gesetzes, indem er für uns zum
Fluch geworden ist (es steht nämlich geschrieben:
‚Verflucht sei jeder, der am Holz
hängt‘),
auf dass die Segnung Abrahams in Christus Jesus die Völker erreiche, damit
wir die Verheißung des Geistes empfangen durch den Glauben.“
Betrachte mir jetzt
auch aus dieser Perspektive, dass der Tod Christi der Welt Rettung gebracht hat. Er ist
nämlich für uns zum Fluch geworden, indem er das Kreuz auf sich genommen hat und
am Holz aufgehängt worden ist, um die Sünde der Welt zu tilgen, auf dass die Segnung
Abrahams in Christus Jesus die Völker erreiche, also die Völker gerechtfertigt würden
durch den Glauben entsprechend der Verheißung, die Abraham gegeben wurde, damit
wir die Verheißung des Geistes durch den Glauben empfingen. Wenn also der Tod
Christi auch den im Gesetz [begründeten] Fluch aufgehoben hat und den Völkern die
Segnung des Abraham vermittelte, also die Gnade durch den Glauben, er uns aber
auch zu Teilhabern des Heiligen Geistes gemacht hat, sollte sein Tod wohl nicht als
der eines gewöhnlichen Menschen wahrgenommen werden, sondern es kommt viel­
mehr darauf an, zu bedenken, dass der Logos, indem er Fleisch geworden ist, im
Fleisch für die Welt gelitten hat und sein Leiden ausreichte, einen jeden zu erlösen.

154 | 1–4 Christus … Glauben]

Gal 3,13f.

154 | 1–3 Christus … hängt]

Ebenfalls zur Exegese angeführt in CV149,7,1 – 3, ACO 1,1,5 S. 29,4f. (Dok. 41).

154 | 2–3 Verflucht … hängt]

Vgl. Dtn 21,23.

154 | 7 die‌¹ … Welt]

Vgl. Joh 1,29.

154 | 9 entsprechend … wurde]

Vgl. Gen 17,1–16.

Die Akten des Konzils von Ephesus 431. Übersetzung, Einleitung, Kommentar

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