Erläuterungen zur Fassungsedition, zur Eintextedition und zu den Transkriptionen
Fassungsedition
Die Anlage der Fassungsedition ist an den von Karl Lachmann eingeführten Dreißigergruppen (Einheiten von jeweils 30 Versen) orientiert. Pro Dreißiger ist eine Ansicht der synoptisch angeordneten Fassungen *D, *m, *G und *T abrufbar. Kontextuell werden jedem Dreißiger jeweils sechs Verse des vorausgehenden und folgenden Dreißigers angefügt.
In der obersten Zeile sind mit Angabe der Siglen Transkriptionen aller für den jeweiligen Dreißiger relevanten Textzeugen abrufbar. Am rechten Rand der Leiste stehen Downloads der Dreißiger in verschiedenen Formaten (wie xml) zur Verfügung; über Einstellungen lässt sich die Darstellung der Fassungsansicht anpassen; ferner bestehen Links bzw. ein Auswahlmenu für den Zugang zu benachbarten bzw. beliebigen Dreißigern sowie ein Link zur Startseite.
In den Spalten der synoptisch geordneten Fassungstexte bietet eine Siglenleiste Angaben zu den der jeweiligen Fassung zugeordneten Textzeugen; bei den Fragmenten sind über einen Mausklick Hinweise zu den gegebenenfalls nur partiell erhaltenen Versen abrufbar. Optional lassen sich die einzelnen Fassungen auch ausblenden.
Die Fassungstexte sind in normalisierter Form nach der jeweiligen Leithandschrift eingerichtet: Fassung *D nach Hs. D (St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. 857), Fassung *m nach Hs. m (Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Cod. 2914), Fassung *G nach Hs. G (München, Bayerische Staatsbibliothek, Cgm 19), Fassung *T nach Hs. T (Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Cod. 2708), in den Dreißigern 36 bis 157 wegen Vorlagenwechsels in Hs. T nach Hs. U (Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Cod. 2775), in den Dreißigern 573 bis 599 und 643 bis 678 wegen Textausfalls in den Hss. T und U nach Hs. Q (Karlsruhe, Badische Landesbibliothek, Donaueschingen 70). Der Wechsel der Leithandschrift ist markiert durch die Angabe *T (U) bzw. *T (Q).
Textänderungen gegenüber der Leithandschrift sind durch Kursivierung bezeichnet. Gliederungsmittel der Leithandschrift wie Initialen (rot, fett, größere Schrift, z. B.: Wan), Versalien (schwarz, fett, größere Schrift, z. B.: Diz) oder Majuskeln (Großschreibung) werden auch im normalisierten Text wiedergegeben.
Die zwischen den Fassungstexten bestehenden Varianten sind durch Fettmarkierung angezeigt.
Binnenvarianz innerhalb der einzelnen Fassungen ist durch Apparateinträge dokumentiert, die über einen Mausklick auf die jeweilige Versziffer (folgend auf die Dreißigerangabe) abrufbar sind: Apparat 1 bietet Angaben zur Materialität der Textzeugen (Gliederungsauszeichnungen wie Initialien, Versalien, Majuskeln; Überschriften und Illustrationen); Apparat 2 gewährt Auskunft über sinnunterscheidende Varianten.
Der am Ende eines Verses hochgestellte Buchstabe K verweist auf editorische Kommentare, die über einen Mausklick abrufbar sind. Rote Farbe bezeichnet fassungsübergreifende Kommentare, grüne Farbe fassungsinterne Kommentare.
Eintextedition (Kritische Edition im PDF-Format)
Die Eintextedition (im PDF-Format) stellt die synoptische Fassungsedition des ›Parzival‹
kondensiert auf den kritischen Text nach Fassung *D dar (auf der Grundlage von Leiths. D). Die
fett markierten Fassungsvarianten in *G und *T der synoptischen Edition sind in einer etwas
kleineren Schrifttype rechts neben dem *D-Text übernommen; Fassungsvarianten von *m sind im
Apparat berücksichtigt. Wörter mit mehr als drei Buchstaben, die keine Varianten darstellen,
sind abgekürzt. Der am Ende eines Verses hochgestellte Buchstabe K verweist auf editorische
Kommentare (*D betreffend sowie fassungsübergreifend mit Beteiligung von *D), die über die
synoptische Fassungsedition per Mausklick abrufbar sind. Drei Apparatetagen listen, nach
Fassungen geordnet, die je Dreißiger relevanten Textzeugen auf (Siglenleiste) – mit Fokus vor
allem auf Textzeugen aus der Zeit bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts; hinzu kommen die Hss. L,
U, V, Z und Fr. 69 sowie, über eine kürzere Strecke, Hs. Q –, dokumentiert die
Gliederungsauszeichnungen (Apparat 1) sowie Abweichungen von Leiths. D vom edierten *D-Text,
Fassungsvarianten von *m und editorische Eingriffe. Bei Bedarf werden noch weitere
Einzellesarten in dieser dritten Apparatetage verzeichnet. *G*T-Lesarten, die aus Platzgründen
nicht in der rechten Spalte angeführt werden können, werden ebenfalls auf der dritten
Apparatetage verschoben; ein nach unten gerichteter Pfeil (↓) weist darauf hin. Das Buchsymbol (
) in Kombination mit dem Hinweispfeil (↓) macht auf Besonderheiten im Verhältnis von Wolframs
›Parzival‹ zu den altfranzösischen Vorlagen aufmerksam; dies betrifft die Hss. L und vor allem
V. Plusverse in Hs. V werden bis zu einem Umfang von 54 Versen aufgeführt und die Plusverse bei
längeren Blöcken mit hochgestellten Exponenten in 5er-Schritten durchnummeriert. Sowohl auf den
Einschub von 496 Versen nach 112.12 als auch auf den Einschub von 74 Versen nach 772.30 verweist
jeweils ein Link (in blauer Farbe) auf die Transkription von Hs. V, Bl. 17vb–20rb bzw. 308rb–va.
Per Mausklick auf die jeweils blau gefärbte Dreißigerziffer links neben dem *D-Text führt zurück
zur synoptischen Fassungsedition.
Transkriptionen (auch relevant für die Darstellung in der Verssynopse)
Die Ergänzung -1, -2, -3 usw. am Ende einer Versnummer bezeichnet einen Plusvers.
Die Ergänzungen -0 bzw. -01, -02, -03 kennzeichnen Paratexte (auch Bilder), wobei alle Überschriften mit -01 versehen sind.
Paratexte wie Notizen, Marginalien, Kustoden und Reklamanten werden kursiviert wiedergegeben.
Doppelt auftretende Verse erhalten die Ergänzung -r.
Die Ergänzung -a kennzeichnet Verse, die im Zusammenhang mit Kürzungen abweichen. Spezialfall R: -a wird verwendet für Verse, die aufgrund der für Hs. R spezifischen Versdoppelungen abweichen.
Die Ergänzung -k kennzeichnet kontrahierte Verse, welche eine Mischung aus mehreren Versen darstellen.
Verse, die Teil einer Versumstellung sind, werden am Versende mit einem vertikalen Doppelpfeil (↕) markiert.
Zeilenumbrüche (ausserhalb der Konvention von abgesetzten Versen) werden mit einem senkrechten Strich (|) markiert. Worttrennungen mit Trennungszeichen werden mit =| wiedergegeben.
Initialen: rot, größere Schrift.
Prachtinitialen: rot, größere Schrift, Goldhintergrund.
Nicht ausgeführte Initialen: rot, kleinere Schrift. Hat der Schreiber den Initialbuchstaben vorgeschrieben, wird dieser eingesetzt. In allen anderen Fällen steht der Stellvertreter x.
Auszeichnungen in den Handschriften (Rubrizierungen u. a.) werden orangefarbig wiedergegeben.
Versalien und Majuskeln werden in Fettdruck wiedergegeben (z. B.: Diz).
Überschriften: rotfarbig (z. B.: Her parcifal).
Vom Schreiber ausgeführte Korrekturen: Das korrigierte Wort weist hellgraue Farbe auf (für unlesbare Buchstaben steht *), das Korrekturresultat wird in grüner Farbe angezeigt.
Vom Schreiber eingefügte Nachträge werden in grüner Farbe dargestellt.
Von einem späteren Korrektor ausgeführte Korrekturen: Das korrigierte Wort weist hellgraue Farbe auf (für unlesbare Buchstaben steht *), das Korrekturresultat wird in türkiser Farbe angezeigt.
Von einem späteren Korrektor ausgeführte Nachträge werden in türkiser Farbe dargestellt.
Wenn die Korrekturen durch Rasur erfolgen, stehen die korrigierten Buchstaben und Wörter auf dunkelgrauem Hintergrund.
Ersatzlos getilgte Wörter werden in grauer Farbe und durchgestrichen wiedergegeben (z. B.: hie). Die Zeichenfolge + -*- steht für ein ersatzlos getilgtes Kreuz, das die Funktion einer Marginalie einnimmt.
Diakritische Zeichen werden als solche dargestellt. Zirkumflex wird grundsätzlich gemäß der Handschrift transkribiert. Ausnahme: Zirkumflex über Diphthongen und mehr als zwei Vokalen in Folge wird stets über dem ersten Vokal wiedergegeben.
Superskripte, die nicht eindeutig identifizierbar sind, werden als übergeschriebene „x“ (z. B.: uͯ) wiedergegeben.
Unlesbare Zeichen werden mit : bei einem, mit :: bei zwei und mit ::: bei drei oder mehr unleserlichen Buchstaben angegeben. Textverlust aufgrund materieller Beeinträchtigung (z. B. Fragmentverlust) wird in jedem Fall mit ::: bezeichnet.
Wenn der materielle Befund des Textzeugen von der Darstellung der digitalen Reproduktion abweicht, wird ersterer in der Transkription berücksichtigt (z. B. in Fragment 5, Bl. 4rc, Vers 446.3, wo das Reimwort zal in der Reproduktion auf einem umgeklappten Seitenteil steht und nicht sichtbar ist).
Die Abkürzungen werden in runden Klammern aufgelöst. Hierbei ist zu beachten, dass vn̅ in jedem Textzeugen dem Quantitätsprinzip entsprechend mit vn(t), vn(d) oder vn(de) aufgelöst wird.